Erlangen

Bergkirchweih in Erlangen–ich bleibe daheim

Bei uns in Erlangen ist gerade Bergkirchweih oder, wie der Einheimische so schön sagt: Berch. Als ich vor etwa 19 Jahren nach Erlangen kam, fand ich dieses Bierfest noch total faszinierend und habe da gerne abgefeiert. Mittlerweile geht mir die Erlanger 5. Jahreszeit nur noch gehörig auf den Keks und ich bin froh, wenn es vorbei ist.

Ich hab ja gar nichts gegen das Fest an sich – es ist eine Tradition, die einfach zu Erlangen gehört. Die Kerwa (so wird’s auch genannt) findet dieses Jahr auch schon zum 262. Mal statt. Nervig sind nur die ganzen Unannehmlichkeiten, die so eine riesige Veranstaltung mit sich bringt:

 

  • Zur Tradition des Berches gehört es anscheinend auch, dass man sich schon auf dem Weg dorthin die Kante gibt. Die leeren Bierflaschen nimmt man dann nicht etwa wieder mit nach Hause oder schmeißt sie in den nächsten Mülleimer, sondern zerdeppert sie auf der Straße oder dem Radweg. Überall liegen in dieser Zeit Glasscherben herum. Das ist, wenn man wie ich täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt ein echtes Ärgernis. Letztes Jahr musste ich dreimal Schlauch flicken während der Berchzeit. Blöderweise liegt meine Arbeitsstelle in der Nähe des Veranstaltungsortes, so dass ich das Ganze auch nicht weiträumig umfahren kann.
  • Horden betrunkener, entfesselter Menschen bestimmen gerade das Stadtbild. Im Moment ist es kein ungewöhnlicher Anblick, wenn man morgens um 8 Uhr schlafende Personen auf dem Gehweg antrifft oder Nachmittags beim Heimradeln aus Versehen in eine Gruppe Berggänger hineinfährt, weil sie mitten auf dem Radweg in einer Kurve sitzen und vorglühen.
  • Richtig nervig ist der Busverkehr in diesen 12 Tagen. Die Busse fahren zu anderen Zeiten und auch andere Strecken. Das ist für die Menschen, die arbeiten müssen ziemlich doof. Vor allen Dingen dann, wenn die Arbeitsstelle standardmäßig schon schlecht erreichbar ist und es in der Berchzeit noch schlimmer wird.

Ich werde vermutlich auch in diesem Jahr die Bergkirchweih nicht besuchen, denn ich stehe nicht drauf, überteuertes Bier zu kaufen (9 oder 10 Euro / Maß) und dann in dem Gedränge von tausenden von Besuchern nicht mal einen Sitzplatz zu bekommen. Lediglich der Ochse am Spieß wäre ein Lockmittel Smile.

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